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Was zu tun ist - Für einen modernen Feminismus

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Termin12.12.2018
19:00  - 22:00
Veranstaltungsort


Brauchen wir überhaupt noch #Feminismus? Und dann auch noch modernen?
"Selbstverständlich!", ist die Journalistin und Autorin Kübra Gümüsay überzeugt. Mit fünf Handlungsempfehlungen im Gepäck kommt sie am 12. Dezember nach Dresden und diskutiert mit uns und Ihnen.

Ihre Thesen / Handlungsformen (in Kurzform):
1. Menschen aufwecken.
Wir müssen lernen, unsere Gesellschaft zu erfassen. Zu sehen. Die Strukturen wahrzunehmen.
Und uns bewusst zu sein, dass sie sich wandeln können. Ein Bewusstsein für die Wandelbarkeit zu entwickeln, die uns ermächtigen kann, die Welt zu verändern. Zu einer besseren zu machen. Aber genauso bewusst zu sein, dass die Extremisten, die Faschisten, Islamisten, Rechten und Hasserfüllten dieser Zeit, sich der Wandelbarkeit genauso bewusst sind.
Wer Dinge - Menschenrechte, Freiheit, Anstand, Empathie, Werte - für selbstverständlich glaubt und deshalb nicht mehr für sie kämpft, hat verloren.

2. Der moderne Feminismus muss #intersektional sein.
Wir leben nicht in einer monokausalen Welt mit monokausalen Zusammenhängen. Intersektionalität ist der Anspruch, im Idealfall auch gegen andere Diskriminierungsformen aktiv zu arbeiten, mindestens aber diese nicht zu reproduzieren.

3. Agieren statt Reagieren: Eine feministische Agenda.
Unsere gesellschaftspolitische Agenda wird seit einigen Jahren vor allem durch die Themensetzung rechter und rechtskonservativer Gruppierungen dominiert. Ihre Sorgen, ihre Ängste, sind Thema der Gesamtgesellschaft. Rassistische, sexistische, antisemitische, islamfeindliche Aussagen und Positionen werden „sagbar“ - überhaupt gibt es eine grobe Verschiebung des „Sagbaren.“ Diese Verschiebung geht mit Hass und Hetze einher.
Statt der Agenda der rechten, antifeministischen Gruppen hinterherzuhecheln, braucht es eine eigene Agenda. Eine klare feministische. Und das kann bedeuten: Parität in der Politik. Quote. Das bedingungslose #Grundeinkommen. #Gesundheitsreform. Oder #Rentenreform. Oder eine neue Außenpolitik.
Die feministische Agenda kann eine grundsätzliche sein. Sollte sie sein.

4. Wir brauchen feministische Utopien!
Es ist leicht zu kritisieren, was schief läuft. Sich anzuschauen, was besteht und nach Fehlern und Makeln im System zu suchen. Einerseits weil es zuhauf Fehler und Makel, Ungerechtigkeiten und Unterdrückung in unserem gesellschaftlichen System gibt. Andererseits aber auch, weil die Suche nach Fehlern dem Menschen leichter fällt, als selbst etwas in die Mitte der gesellschaftlichen Debatte zu stellen. Einen Gegenvorschlag zu machen. Sich damit also angreifbar zu machen für Menschen, die nach Fehlern an anderen suchen.
Doch damit der moderne #Feminismus nachhaltig sein kann, braucht es Räume, in denen wir uns Fragen stellen.
Konkret heißt das: Raum schaffen, in denen laut gedacht werden kann, unterschiedliche Positionen eingenommen werden können und gemeinsam in die Zukunft geblickt werden kann. Trotz der Dringlichkeit aktueller Ereignisse, sich den Raum zu nehmen, Visionen zu formulieren.

5. Wir brauchen Wohlwollen füreinander.
Die Kritik, die Häme an anderen ist zur digitalen Währung verkommen – damit steigt die Prominenz, darüber profiliert man sich. Wie schnell können wir im Verdammen anderer Personen sein? Wie geschickt können wir Menschen diffamieren? Wie gekonnt Menschen digital abschießen, uns moralisch über sie stellen und von unserer erhobenen Tastatur aus auf die Menschen herabblicken, die wir mit unseren Worten treten?
Es braucht Wohlwollen. Wohlwollen für diejenigen Menschen, die sich den gleichen Werten verschrieben haben wie man selbst. Wohlwollendes Diskutieren. Kritisieren. Streiten.
Denn wer wohlwollend kritisiert, der öffnet dem Gegenüber eine Tür für Besserung. Wir sind Menschen. Wir werden Fehler machen, jeden Tag, mehrere zugleich. Wir werden verletzen und werden verletzt werden. Rassistisches, homofeindliches, sexistisches, transfeindliches, antisemitisches, ableistisches und was weiß ich was, was wir alles sagen oder tun werden. Hoffentlich unbeabsichtigt. Und mit der Absicht zu lernen.

Kübra Gümüşay, Autorin und Aktivistin, schreibt und referiert zu den Themen Internet, Politik, Feminismus, Rassismus und Islam. Sie ist u.a. Co-Gründerin der Kampagne #schauhin gegen Alltagsrassismus, des feministischen Ausnahmslos-Bündnisses gegen sexualisierte Gewalt und Rassismus, sowie Initiatorin der Kampagne #OrganisierteLiebe für mehr Liebe, Wohlwollen und gesunde Streitkultur im Netz. Ihr Blog ein-fremdwoerterbuch.com wurde 2011 für den Grimme Online Award nominiert. Das Magazin Forbes zählte sie 2018 zu den Top 30 unter 30 in Europa im Bereich Media und Marketing.

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