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Online-Werkstatt Teil 2 || Hannah Arendt

Anbieter*in
Termin23.01.2021
14:00  - 15:30
Veranstaltungsort Windscheidstraße 51
04277 Leipzig


NEUE WERKSTATTREIHE ZU PHILOSOPHINNEN* im digitalen Format

 

Hannah Arendt
Werkstatt-Leitung:
PD Dr. JULIA SCHULZE WESSEL

Hannah Arendt, geboren 1906 als Tochter säkularer jüdischer Eltern nahe Hannover, aufgewachsen in den gebildeten Kreisen Königsbergs. 1924 begann sie Philosophie und im Nebenfach Theologie zu studieren, zunächst in Marburg, später in Freiburg und Heidelberg. Auf Vermittlung von Martin Heidegger wurde sie 1928 von Karl Jaspers promoviert. Sie schrieb für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung" und befasste sich mit Rahel Varnhagen von Ense, einer intellektuellen Jüdin der Romantik. Deren Geschichte galt als Beispiel einer geglückten Assimilation - Arendt hingegen stand der Idee der Assimilation im Namen der Gleichheit aller Menschen skeptisch gegenüber. Sie hielt es für politisch naiv - und eckte mit dieser Ansicht an. Früher als viele andere, schon 1931, ging Hannah Arendt davon aus, dass die Nationalsozialisten an die Macht kommen würden. Und anders als die meisten Deutschen vertrat sie schon 1933 die Auffassung, dass das Regime aktiv bekämpft werden müsse. 1933 emigrierte die junge Frau nach Frankreich, war in Paris für zionistische Organisationen tätig, arbeitete wissenschaftlich und flüchtete 1941 mit Ehemann und Mutter weiter über Lissabon nach New York. Aus Hannah Arendt wurde eine leidenschaftliche amerikanische Staatsbürgerin.

Hannah Arendt hat zu zentralen Themen wie Antisemitismus, Kolonialismus, Rassismus, Nationalsozialismus und Stalinismus publiziert - mit einer bemerkenswert rigiden Urteilsfreude, die Lust und Wagnis zugleich widerspiegelte. Die Liste der Kontroversen, die die Intellektuelle ausgelöst oder befördert hat, ist lang. Hannah Arendt ist ihr Leben lang nie einer bestimmten Schule, Tradition oder Ideologie gefolgt. Als „Denken ohne Geländer“ hat Hannah Arendt das selbst bezeichnet. „Gerade in Zeiten von Fake News, lancierten Themen und in Sozialen Medien erzeugter Massenhysterie sei Hannah Arendt ein wunderbares Gegengift.“ PD Dr. JULIA SCHULZE WESSEL hat in den letzten Jahren die Professuren für Politische Theorie und Ideen-Geschichte an den Universitäten Leipzig und Dresden vertreten. Seit 2019 ist sie Mitbegründerin und Vorstandsmitglied von anDemos – Institut für angewandte Demokratie- und Sozialforschung e.V. in Dresden. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der Demokratie-theorie, Grenzen der Demokratie, Partizipation, Flucht und Migration.

Anmeldung bis zum 20. 01 .2021 erforderlich. | Teilnahmegebühr: 5,- | 3,- Euro ermäßigt.

Nach Anmeldung wird der Teilnahmelink zugeschickt.

Format: Seminar

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