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Online! Ist 'Gender' nur europäisch?

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Termin04.12.2020
19:00  - 20:30
Veranstaltungsort Windscheidstraße 51
04277 Leipzig


Online!

VORTRAG UND DISKUSSION

Die Einführung von Gender Studies an einer afrikanischen Universität am Beispiel Ghana
Perspektiven als Gastprofessorin in Westafrika – unter Beleuchtung kolonialer Hintergründe

Referentin:
Prof. Dr. BEA LUNDT, Berlin/Winneba (Ghana)

'Gender Studies' sind ein rein europäisches Projekt, und auch der Begriff 'Gender' wurde von der westlichen Welt geprägt und unreflektiert auf Afrika oktroyiert, wo es ganz andere Strukturen gibt. So die Kritik aus Afrika, die auf zahlreichen Tagungen geäußert wurde und sich in einer eigenen Fachliteratur spiegelt. Wie also geht man an einer afrikanischen Hochschule mit der Kategorie 'Geschlecht' um? Bea Lundt berichtet aus eigener Erfahrung von der Einführung von 'Gender Studies' an einer Universität in Ghana und stellt Ergebnisse empirischer Forschungen vor: Wie sind die Lebensbedingungen allgemein für Frauen in diesem westafrikanischen Land und unter welchen Bedingungen können Frauen studieren? Wie stehen Studierende zu der kolonial vermittelten Geschlechterordnung und wie stellen sie sich ihre Zukunft als Mann und Frau in Ghana vor? Wie verlaufen die Gender-Kurse und wie werden sie wahrgenommen?

BEA LUNDT war Professorin für Geschichte an der Europa Universität Flensburg und arbeitet seit ihrer Emeritierung als Gast-professorin (DAAD) an der University of Education Winneba (UEW) in Ghana. Mit 85.000 Studierenden ist diese die größte lehramtsausbildende Hochschule in Afrika südlich der Sahara. Seit 12 Jahren kooperiert sie mit Hochschulen in verschiedenen Ländern Afrikas. Sie betreute ca. 100 deutsche Studierende in einem Schulpraktikum in Ghana, veranstaltete Tagungen und organisierte Projekte. In Zusammenarbeit mit afrikanischen Kollegen und Kolleginnen publizierte sie bisher neun Bände zu Themen über Geschichte und Kultur in Afrika und Europa in vergleichender Perspektive, zuletzt 2020 über Polygame Lebensweisen. Zurzeit ist sie im Home Office in Berlin und wartet darauf, wieder nach Ghana ausreisen zu können. Durch eine PPP wird sie ihre Eindrücke visuell nachvollziehbar machen und die Situation der Gender Studies an der UEW auch vor dem historischen Hintergrund des Kolonialismus und seiner Relikte beleuchten. Ihre Forschungsschwerpunkte sind die Geschlechtergeschichte des Mittelalters und der Frühen Neuzeit, die Historische Erzählforschung sowie Globalgeschichte.

Diese Veranstaltung findet statt in Kooperation mit dem Gleichstellungsbüro der Uni Leipzig

Teilnahme-Link unter www.frauenkultur-leipzig.de

Format: Vortrag

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